Deutsche Containerschiffflotte ist die zweitgrößte der Welt

Mit 30,4 Mio. BRZ wurde China 2025 überholt. Verband Deutscher Reeder (VDR) warnt vor den akuten Gefahren in der globalen Seeschifffahrt.

Deutsche Containerschiffflotte ist die zweitgrößte der Welt Bild: VDR-Ulrich Perrey / Die VDR-Verbandsspitze: Gaby Bornheim und Martin Kröger

Deutschland gehört weiterhin zu den führenden Schifffahrtsnationen der Welt. Die deutsche Handelsflotte umfasst derzeit 1.716 Schiffe mit einer Bruttoraumzahl (BRZ) von 46,7 Mio. und behauptet sich damit im internationalen Vergleich als siebtgrößte Handelsflotte weltweit. Diese Zahlen gab der Verband Deutscher Reeder (VDR) im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz bekannt.

Besonders stark ist Deutschland traditionell in der Containerschifffahrt. Mit 30,4 Mio. BRZ ist die deutsche Containerschiffflotte vom dritten auf den zweiten Platz weltweit vorgerückt und hat China mit 30,2 Mio. BRZ überholt. In Führung liegt weiterhin die Schweiz mit 41,2 Mio. BRZ.

Laut VDR verfügt Deutschland mit seiner Handelsflotte über einen strategischen Schatz. Das mache im Bedarfsfall auch militärische Verstärkungs- und Versorgungstransporte sowie humanitäre Einsätze möglich.

Von der Golfregion über das Rote und Schwarze Meer bis hin zur Ostsee und wichtigen Handelswegen im Indopazifik erhöhten geopolitische Spannungen derzeit die Risiken für die Handelsschifffahrt auf mehreren zentralen Seehandelsrouten gleichzeitig, wie VDR-Präsidentin Gaby Bornheim sagte. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar säßen im Persischen Golf mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten fest, darunter mindestens 50 Schiffe von zehn deutschen Reedereien mit etwa 1.000 Seeleuten an Bord.

In der Straße von Hormus, die in Friedenszeiten täglich circa 100 Schiffen passieren, stehe die Schifffahrt faktisch still. Rund 20 Frachter seien bereits attackiert worden. Unter den Seeleuten habe es Tote und Verletzte gegeben. Der Iran-Krieg führe vor Augen, wie eng geopolitische Konflikte und globale Lieferketten miteinander verbunden sind, wie Gaby Bornheim hervorhob.

Die Versorgungslage der Seeleute an Bord bezeichnete VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger als gut. Die Schiffe hätten Proviant für rund vier Wochen an Bord und es gebe auch die Möglichkeit zur Nachversorgung. Aber: „Das Risiko beschossen zu werden, ist real.“

Verlassen könnten die Crews ihre Schiffe nicht, da diese nicht einfach wie ein Auto geparkt werden könnten. Die Schiffe seien in Betrieb und müssten überwacht und betreut werden. Martin Kröger sagte, die Arbeiten erfolgten wegen der Gefahren aber vor allem unter Deck.

Der 1907 gegründete Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Mit rund 200 Mitgliedern macht der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte aus.

www.reederverband.de

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