Die Verkehrsminister von Deutschland und Österreich, Patrick Schnieder und Peter Hanke, diskutierten gestern in Wien aktuelle verkehrspolitische Fragen und anstehende Infrastrukturprojekte. An den Gesprächen nahmen neben den politischen Vertretern auch die Spitzen der deutschen und österreichischen Bahn- und Straßenbetreiber teil – ein Novum in der jüngeren Geschichte.
Wichtig ist beiden Ministern eine gute grenzüberschreitende Baustellenkoordination durch die Infrastrukturbetreiber, die gemeinsam mit der Schweiz sämtliche Straßen- und Bahnbetreiber im DACH-Raum umfassen soll. Ziel einer solchen Initiative ist es, Infrastrukturarbeiten künftig besser über Staatsgrenzen und Verkehrsträger hinweg abzustimmen und dadurch die Auswirkungen von Bauarbeiten auf Wirtschaft, Güterverkehr und Reisende zu reduzieren.
Gerade im Alpenraum stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen an. Sie betreffen sowohl das Schienen- als auch das Straßennetz und werden die verfügbaren Transportkapazitäten spürbar einschränken .
„Eine leistungsfähige Infrastruktur ist genauso zentral für Bürgerinnen und Bürger wie für unsere exportorientierte Volkswirtschaft. Deshalb ist es mir wichtig, dass Bau- und Sanierungsmaßnahmen zwischen den Infrastrukturbetreibern auf Straße und Schiene frühzeitig und grenzüberschreitend abgestimmt werden“, betonte der deutsche Verkehrsminister.
Sein österreichischer Gastgeber Peter Hanke sagte im Anschluss an das Treffen: „Grenzüberschreitende Mobilität funktioniert nur, wenn wir die unterschiedlichen Verkehrsträger gemeinsam denken und gemeinsam managen. Unser Anliegen ist es, Baustellen auf Straße und Schiene besser abzustimmen und Belastungen für Wirtschaft, Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende zu reduzieren.“
Aktuelle Bauvorhaben im Grenzraum verdeutlichen den Handlungsbedarf. Instandhaltungsarbeiten der Deutschen Bahn zwischen Freilassing und Rosenheim zu Jahresbeginn 2026, längerfristige Einschränkungen auf der Weststrecke sowie die Auswirkungen der Korridorsanierungen in Deutschland auf den Verkehr der Österreichischen Bundesbahnen zeigen, wie eng die Netze miteinander verflochten sind.
Minister Peter Hanke verwies weiters darauf, dass Österreich bereits erfolgreich innerstaatliche Koordinationsmodelle zwischen den Infrastrukturbetreibern etabliert habe und diese Erfahrungen nun auf internationaler Ebene zum Einsatz kommen sollen. Die steigende Zahl gleichzeitiger Bauprojekte mache eine grenzüberschreitende, verkehrsträgerübergreifende Planung unverzichtbar.