Die Europäische Kommission hat eine Fördersumme von fast 2,8 Mrd. EUR für die Modernisierung der Eisenbahnen, Binnenwasserstraßen und Seewege im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V) genehmigt. Darunter befindet sich das von Rostock Port gemeinsam mit dem finnischen Hafen Hanko beantragte Projekt Harbour, das den Ausbau der bestehenden Seeverkehrsverbindung und der dazu erforderlichen Hafeninfrastruktur in enger Zusammenarbeit mit der Reederei Finnlines zum Ziel hat.
Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage im Güterverkehr baut der Rostock Port die Hafenumschlagkapazitäten in der Projektlaufzeit 2025 bis 2027 aus. Das geschieht durch die Schaffung neuer Vorstauflächen von knapp 30.000 m² und die Erweiterung der Gleisanlagen am KV-Terminal. Dafür werden im Rostocker Überseehafen knapp 14 Mio. EUR investiert, zur Hälfte gefördert von der Europäischen Union.
Im Frühjahr 2025 erfolgte der Baustart zur Verlängerung der Gleisanlage im KV-Terminal. Ein zentrales Projekt dabei ist der Ausbau des Kranbahnbalkens mit Schieneneinrichtung für die Portalkrane. Dieses wird im laufenden Betrieb durchgeführt und im kommenden Jahr abgeschlossen.
„Rostock ist zuversichtlich, durch seine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Bahninfrastruktur, aber auch durch gezielte Kapazitätserweiterungsmaßnahmen von DB InfraGo im Hafenrangierbahnhof zum Aufbau nachhaltiger Transportketten und zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene beitragen zu können“, so Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer von Rostock Port.
Im ersten Halbjahr 2025 gingen in der Hafenstadt an der Warnow insgesamt 16,5 Mio. Tonnen Fracht über die Kaikanten. Davon wurden 15,7 Mio. Tonnen im Überseehafen umgeschlagen. Das sind 600.000 Tonnen mehr als im ersten Halbjahr 2024. Rund 800.000 Tonnen wurden in den weiteren Rostocker Hafenanlagen verladen.
Von den 15,7 Mio. Tonnen entfielen 8,4 Mio. auf das Fähr- und RoRo-Terminal. Das sind etwa 100.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Fähr- und RoRo-Güter am Gesamtumschlag im Universalhafen Rostock betrug damit 54 Prozent.
Der Umschlag von Massen- und Stückgütern belief sich auf 7,3 Mio. Tonnen. Die intermodalen Einheiten steigerten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent: Der Terminalbetreiber Rostock Trimodal (RTM) bewegte von Jänner bis Juni etwa 56.500 Einheiten.
„Damit kehrt der Kombinierte Verkehr nach zwei Jahren mit Rückgängen auf den Wachstumspfad zurück. Auch mittel- und langfristig sehen wir weiter einen wachsenden Bedarf an Intermodallösungen und werden die Kapazitäten im Hafen entsprechend weiter ausbauen“, kündigt Dr. Gernot Tesch an. Derzeit werden die fünf unter den Portalkranen befindlichen Gleise auf eine kranbare Länge von jeweils 680 Metern ausgebaut. Die Maßnahme soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Der Umschlag von Schüttgütern lag mit 2,8 Mio. Tonnen etwa 140.000 Tonnen über dem Halbjahresergebnis von 2024. Den größten Anteil daran hatte erneut das Getreide mit 1,4 Mio. Tonnen. Größere Zuwächse gab es mit 330.000 Tonnen vor allem bei der Kohle und mit 60.000 Tonnen beim Raps.
Im wertschöpfungsintensiven Stückgutbereich fanden 451.000 Tonnen ihren Weg über die Kaikanten und damit 161.000 Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum. Es wurden mehr Rohre, Windkraftanlagen und -flügel, Krananlagen und Zink verladen.
