UPM und Sappi vor Allianz am europäischen Papiermarkt

Auch die Fabrik im steirischen Gratkorn soll Teil des geplanten Joint Ventures der beiden Unternehmen werden.

UPM und Sappi vor Allianz am europäischen Papiermarkt Bild: UPM

Zwei große internationale Zellstoff- und Papierkonzerne, UPM-Kymmene Corporation aus Finnland und Sappi Limited aus Südafrika, haben eine unverbindliche Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures für das Segment der grafischen Papiere unterzeichnet. Die Kooperation im Verhältnis 50:50 würde das gesamte Geschäft mit holzfreien und Pressepapieren von UPM und Sappi in Europa umfassen, melden die beiden Unternehmen.

Sappi wird folgende Vermögenswerte einbringen: Die Papierfabriken Gratkorn bei Graz, Ehingen, Maastricht und Kirkniemi sowie die Joint Ventures von Sappi Europe für die Holzversorgung. Bei UPM sind es die Vermögenswerte aus dem Bereich Communication Papers: Die Werke in Augsburg und Schongau, in Nordland die Papiermaschinen 1 und 4, Rauma einschließlich UPM RaumaCell, Kymi, in Jämsänkoski die Papierlinie 6, Caledonian und Blandin in den USA.

Das neue Unternehmen wird mit einem Gesamtwert von 1,42 Mrd. EUR bewertet. Erwartete operative Synergien von mindestens 100 Mio. EUR jährlich sollen die Rentabilität steigern. Beide Partner erhalten jeweils die Hälfte der Anteile, zusätzlich fließen Barzahlungen: 139 Mio. EUR an Sappi, 613 Mio. EUR an UPM.

Das geplante Joint Venture wird als entschlossene Antwort auf die strukturellen Veränderungen in der europäischen Papierindustrie gewertet. In dessen Rahmen würden Produktionsvolumina strategisch umverteilt auf die effizientesten Papiermaschinen. Den Kunden stehe weiterhin eine breite Palette an grafischen Papierprodukten zur Verfügung, wie UPM und Sappi betonen.

Insgesamt restrukturiere das Joint Venture das Angebot in einer Branche, die durch sinkende Nachfrage, strukturelle Überkapazitäten und hohe Energiekosten belastet ist, erklären die Unternehmen und ergänzen: Es würde zu einem ausgewogeneren und widerstandsfähigeren europäischen Markt beitragen und die Branche besser in die Lage versetzen, den Herausforderungen des Marktes und den zunehmenden Importen nach Europa standzuhalten.

Die endgültigen Verträge sollen in der ersten Jahreshälfte 2026 unterzeichnet werden. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende kommenden Jahres erwartet, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen und Zustimmung der Aktionäre. Nach Abschluss will das Joint Venture alle überschüssigen Mittel als Dividende ausschütten.

www.upm.de

www.sappi.com

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