KAPFENBERG. Die auf Kombinierte Verkehre spezialisierte Montan Speditions GmbH mit Standorten in Kapfenberg und Fürnitz startet mit einem neuen multimodalen Transportservice in das Jahr 2026. Seit Mitte Jänner verbinden Ganzzüge das Linzer Containerterminal zweimal die Woche mit Duisburg und einmal die Woche mit Rotterdam. Jeder Rundlauf verfügt über 19 Stück 4-Achs-Containertragwagen, die je maximal 38 Stellplätze für die firmeneigene MOCO (MOntan COntainer)-Flotte anbieten können. Zusätzlich gibt es tägliche Antennenverkehre von und nach Kapfenberg, Wien Süd und Villach Süd.
Die neue multimodale Verbindung richtet sich vor allem an Unternehmen der Schwer-, Recycling- und Montangüterindustrie, die Schüttgüter, kranbare Waren oder schwere Palettenfracht versenden. Die kombinierten MOCO-Verkehre sparen 80 Prozent CO2 im Vergleich zu reinen Straßentransporten ein und ermöglichen eine einfache Umstellung von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene. Lkw-Transporte übernehmen die Bedienung der „First- bzw. Last-Mile“. Um Verkehre auf die Schiene zu bringen, sind somit weder beim Verlader noch beim Empfänger Investitionen oder Infrastrukturanpassungen nötig.
„Die Züge der neuen ‚Super-West-Connection‘ sind mit nicht einmal 400 Meter Länge vergleichsweise kurz. Sie können daher problemlos alle aktuellen Baustellen im deutschen Bahnnetz durch- oder umfahren“, betont Christian Glauninger, Geschäftsführer der Montan Speditions GmbH, im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung. Partner für die Traktion des neuen Transportservice sei die ÖBB Rail Cargo Group, „mit der uns eine lange Zusammenarbeit verbindet“. Pro Abfahrt werden mit dem neuen Bahnshuttle mehr als 1.700 Bruttotonnen auf die Schiene gesetzt.
Damit einher gehe ein neues Geschäftsmodell, das man speziell im Export aus Österreich noch um Transportsubstrat wie zum Beispiel Container (20ft und 30ft), Schüttgut, schwere Palettenwaren oder kranbare Güter bis zu 9 Meter Länge ergänzen müsse, so Christian Glauninger. Bisher habe man die Bahntransporte hauptsächlich für Importverkehre genutzt und die Leercontainer in der Gegenrichtung gestapelt nach Duisburg und Rotterdam positioniert. Das sei von jetzt an ein wirtschaftlich unhaltbares Szenario, dem man mit der gezielten Akquise von Neukunden aus dem In- und Ausland begegne, erklärt der Geschäftsführer der Montan Spedition.
Ursprünglich wollte der steirische Logistikdienstleister die Rundläufe entlang der Achse Linz-Duisburg-Rotterdam mit einem Partnerunternehmen aus dem Kreis der Bahn-Operator realisieren. Weil diese Lösung in der gebotenen Eile nicht realisierbar war, entschied man sich für die Einrichtung der ‚Super-West-Connection‘. Als deren besonderen Vorteil hebt Christian Glauninger die guten Laufzeiten trotz der Umleitungen auf dem deutschen Schienennetz hervor. Bei einer Vollauslastung der Import- und Exportzüge trete zudem das Szenario der Gleichpreisigkeit gegenüber den Straßentransporten ein. Damit wäre dann auch das letzte Argument gegen eine Verlagerung von Transporten auf die Schiene vom Tisch.
