Migros Zürich beschließt Rückzug aus Deutschland

Mit Edeka wurde ein Vertrag zur Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut-Gruppe unterzeichnet.

Migros Zürich beschließt Rückzug aus Deutschland Bild: Migros Zürich

Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) hat im Rahmen der Sanierung der Tegut-Gruppe eine strategische Neubeurteilung vorgenommen. Trotz massiven Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert haben, verschärfte sich das Marktumfeld in Deutschland weiter und führte zu rückläufigen Umsätzen.

Eine umfassende Analyse der Situation hat deutlich gemacht, dass Tegut unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig ist. Verschiedene Gespräche mit Mitbewerbern zur Übernahme einzelner Tegut-Standorte im Zuge der Sanierung, gepaart mit den Erkenntnissen der strategischen Marktanalyse, haben die GMZ dazu bewogen, den Rückzug aus Deutschland zu beschließen.

Die Option einer Gesamtübernahme von Tegut durch einen Händler, der bisher nicht im deutschen Markt präsent ist, hat sich dabei als nicht umsetzbar erwiesen. Bei den daraufhin vertieften Gesprächen mit Handelsketten aus dem deutschen Markt standen von Beginn weg die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze und die Fortführung der Filialen im Mittelpunkt der Überlegungen.

Mit Edeka wurde bereits eine Einigung erzielt. Der entsprechende Vertrag umfasst die Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut Gruppe. Dazu gehören ein wesentlicher Teil des Filialportfolios mit den Vertriebsmitarbeitenden, das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions, Betreiberin der Teo-Standorte in Deutschland. Parallel dazu führt die Migros Zürich Gespräche mit weiteren Marktteilnehmern, um eine Lösung für die Zukunft möglichst aller Standorte zu gewährleisten.

Über den Kaufpreis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Übergabe der Filialen an Edeka sowie weiteren Marktteilnehmern steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch das Bundeskartellamt, das die wettbewerbsrechtlichen Aspekte der Transaktion prüft.

www.migros.ch

Anzeige