Am 14. Dezember 2025 ist mit der Koralmbahn eine der wichtigsten Bahnverbindungen Österreichs in Betrieb gegangen. Auch die Kirchdorfer Gruppe war an diesem Jahrhundertprojekt maßgeblich über ihre Tochter Maba Fertigteilindustrie GmbH (FTI) beteiligt.
Gemeinsam mit der Habau Group (ARGE KAB) produzierte Maba FTI mehr als 20.000 Gleistragplatten. In einer weiteren Arbeitsgemeinschaft mit Porr (ARGE PTS KAT 3) entstanden rund 42.000 Tübbinge sowie 5.000 Sohlelemente. Zusätzlich lieferte das Unternehmen rund 2.880 Stück Fahrleitungsmasten und mehr als 7.000 Laufmeter Bahnsteigkanten entlang der gesamten Strecke.
Im Maba-Stammwerk in Wöllersdorf entstand ein großer Teil der Gleistragplatten. Insgesamt kamen etwa 60 Varianten zum Einsatz, angepasst an die topografischen Gegebenheiten der Koralm. Die Fertigung erfolgte auf Zehntelmillimeter. Dieser Maßbereich entspricht der Stärke eines Blatts Papier. Der Transport per Bahn ermöglichte eine direkte und nachhaltigere Lieferung an die Baustellen.
„Die Herstellung und Vormontage der Gleistragplatten war eine produktionstechnische Herausforderung und verlangte spezielle logistische Maßnahmen“, erinnert sich Maba-Geschäftsführer Franz Buschmüller. Ein wesentlicher Baustein sei auch die temporäre Feldfabrik im Kärntner St. Andrä gewesen. Zwischen 2015 und 2019 wurden dort täglich bis zu 100 Tübbinge gefertigt.
Die computergestützte Lagerlogistik und ein halbautomatischer Portalkran sorgten dafür, dass die Tunnelbohrmaschine jederzeit mit den passenden Segmenten in der richtigen Reihenfolge versorgt wurde. Mehr als 42.000 Elemente entstanden so für den rund 10,5 Kilometer langen Tunnelabschnitt. Die kontinuierliche, taktgenaue Versorgung verhinderte Stillstandzeiten im Tunnelvortrieb.
Die 1925 gegründete Maba Fertigteilindustrie hat sich vom kleinen Betrieb zu einem Pionier der österreichischen Fertigteilindustrie entwickelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 600 Mitarbeitende an fünf Standorten. Recyclingbeton, digital gesteuerte Produktionsprozesse und die konsequente Nutzung der Schiene für schwere Transporte prägen das heutige Selbstverständnis.
