Die österreichischen Niederlassungen in den USA, Kanada und Mexiko starten mit vorsichtigem Optimismus in das Jahr 2026, wie eine Umfrage der Außenwirtschaft Austria zeigt. Obwohl knapp zwei Drittel die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 rückblickend negativ bewerten, blickt die Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate und rechnet mit einer stabilen oder besseren Wirtschaftslage.
Rund 89 Prozent der Betriebe erwarten steigende oder zumindest konstante Umsätze. Jedoch sorgen neue Zölle sowie spürbare Veränderungen in der US-Außen- und Innenpolitik auch in der österreichischen Wirtschaft für Unsicherheiten.
In den vergangenen zehn Jahren stiegen die heimischen Warenausfuhren nach Nordamerika um 108 Prozent auf 19,6 Mrd. EUR (2024). Mit einem Volumen von 16,2 Mrd. EUR waren die USA Österreichs zweitwichtigster Exportmarkt.
„Die USA bleiben schon aufgrund ihrer Größe ein wichtiger Markt für österreichische Unternehmen. Generell muss der riesige Markt differenziert betrachtet werden. Einzelne Bundesstaaten unterscheiden sich bei den Rahmenbedingungen für Unternehmen erheblich“, erklärt der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in New York, Peter Hasslacher.
Auch Mexiko und Kanada haben sich als wichtige Destinationen für „Made in Austria“ entwickelt. Mit einem Exportvolumen von 1,8 bzw. 1,6 Mrd. EUR zählen beide Staaten zu den Top 5-Überseemärkten.
Zudem erwirtschaftet Österreich mit allen drei Ländern Handelsbilanzüberschüsse. Das unterstreicht Nordamerikas Bedeutung als Absatzmarkt für hochwertige heimische Produkte, zugleich aber auch die potenzielle Exponiertheit bei neuen Handelsbarrieren.
Die wirtschaftliche Unsicherheit spiegelt sich bei den Exporten wider: In den ersten zehn Monaten 2025 gingen die Ausfuhren in die USA um mehr als 20 Prozent bzw. rund 2,8 Mrd. EUE zurück. Gleichzeitig legten die Ausfuhren nach Kanada um sieben Prozent zu, während jene nach Mexiko leicht um zwei Prozent nachgegeben haben.
Österreichs wichtigste Exportprodukte in den drei großen Volkswirtschaften Nordamerikas sind mit Abstand Maschinen und Fahrzeuge, gefolgt von Chemieprodukten. Gleichzeitig zeigt sich, dass gerade in diesen Sektoren noch ein erhebliches Exportpotenzial besteht.
Allein bei Maschinen beträgt es etwa 2,7 Mrd. EUR, wovon rund 2,1 Mrd. EUR nur auf den US-Markt entfallen. Insgesamt beläuft sich das noch nutzbare Exportpotenzial in den drei Staaten auf 11,9 Mrd. EUR.
„Mexiko entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Produktions- und Absatzstandort für österreichische Unternehmen. Besonders in industrie- und technologielastigen Branchen bietet der Markt attraktive Bedingungen und dient zugleich als Brücke in den nordamerikanischen Wirtschaftsraum“, erklärt die WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Mexiko-Stadt, Nella Hengstler.
