Deutschlands Luftfrachtstandort steht unter Druck. Bei einem Branchengespräch Anfang Februar in Berlin haben die Verbände BDI, BDL und DSLV auf die Herausforderungen hingewiesen, die aufgrund steigender Standortkosten und bürokratischer Hürden entstehen. Diese Faktoren gefährden nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Aircargo-Branche.
Die Luftfracht in Deutschland hat in den letzten Jahren einen signifikanten Rückgang erlebt. Im Jahr 2024 wurden nur noch knapp 2 Mio. Tonnen Cargo transportiert, während in den frühen 2010er-Jahren regelmäßig etwa 2,5 Mio. Tonnen bewegt worden waren.
Diese Entwicklung wird von den Verbänden als alarmierend angesehen, da der internationale Markt für Luftfracht gleichzeitig wächst. Laut der Pressemitteilung der Verbände wird der Luftfrachttransport für den deutschen Außenhandel, der im Jahr 2024 einen Wert von rund 290 Mrd. EUR erreichte, als essenziell erachtet.
Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDL, betont die Bedeutung der Luftfracht für die deutsche Wirtschaft: „Luftfracht ist das logistische Rückgrat einer global vernetzten Volkswirtschaft wie in Deutschland. Unsere Airlines und Drehkreuze können Spitzenleistungen erbringen – dafür brauchen sie aber wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“
Die Verbände identifizieren gestiegene Standortkosten und übermäßige Bürokratie als Hauptursachen für die Abwanderung von Luftfrachtaktivitäten ins Ausland. Diese Faktoren machen den deutschen Luftfrachtstandort unattraktiv und führen dazu, dass Unternehmen ihre Kapazitäten zu ausländischen Hubs verlagern.
Die Folgen sind nicht nur wirtschaftlicher Natur. Auch die Versorgungssicherheit in Deutschland könnte gefährdet sein. Besonders zeitkritische Lieferketten, etwa in der Medizintechnik oder Elektronik, sind auf eine zuverlässige Luftfracht angewiesen.
Die Verbände fordern daher einen Rückbau der hohen Kosten und eine pragmatische Regulierung, um die Attraktivität des Standorts zu erhöhen. „Die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfracht in Deutschland hängt maßgeblich von der politischen Ebene ab“, so die Vertreter der Verbände.
Um den Luftfrachtstandort Deutschland zu stärken, sind klare Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen die Senkung von Standortkosten, der Abbau bürokratischer Hürden sowie die Schaffung verbindlicher Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Die Verbände schlagen vor, steuerliche Entlastungen für die Branche zu prüfen sowie Zoll- und Sicherheitsprozesse zu vereinfachen.
