Kirnbauer baut Europas modernstes Sägewerk

Am Standort Neunkirchen kann ein Holzstamm in 30 Sekunden verarbeitet werden. Eigenes Biomasseheizwerk kommt.

Kirnbauer baut Europas modernstes Sägewerk Bild: Christian Feigl / Franz Kirnbauer mit Tochter Valentina Kirnbauer-Schneider und Neunkirchens Bürgermeister Peter Teix beim Lokalaugenschein.

Es wird das modernste Sägewerk Europas und steht in Neunkirchen im Süden Niederösterreichs: Rund 50 Beschäftigte werden ab Sommer im neuen Betrieb der Familie Kirnbauer direkt an der B17 arbeiten. 43 Mio. EUR werden in das Projekt investiert. Das Unternehmen hat den „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN) erste Einblicke vor Ort gewährt.

Im September 2025 war Baustart, heuer im April soll bereits mit dem Testbetrieb begonnen und im August der Vollbetrieb aufgenommen werden. Dass der Terminplan mehr als pünktlich eingehalten werden konnte, dafür sorgen 50 Arbeiter, die sich täglich auf der Baustelle tummeln.

Es ist beeindruckend, was hier entsteht. Allein die mächtigen, bis 11 Meter hohen und riesigen Produktionshallen geben ein einprägsames Abbild der künftigen Dimension des Betriebs.

Hinter den Mauern der ersten Halle, die direkt an der B17 liegt, verbirgt sich das Herzstück – die rund 150 Meter lange Produktionsstraße. Hier wird das Fichten- und Kiefernholz aus der Region innerhalb von nur 30 Sekunden zu Brettern geschnitten.

Die Maschinen kommen aus Deutschland, viermal wird der Stamm bei der Verarbeitung vermessen, bis das erste Brett entsteht. „Wir wollen so gut wie möglich das gesamte Produkt nutzen“, erklärt Firmenchef Franz Kirnbauer.

Mit dem neuen Standort setze man auch einen neuen Maßstab hinsichtlich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Sämtliche Produktionsabläufe werden vollelektrisch über Transport-, Kran- und Shuttlesysteme – ohne Verwendung von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, durchgeführt.

Sogar die Rinde wird verarbeitet – mit ihr wird das am Areal eigens errichtete Biomasseheizwerk versorgt, das vor allem im Winter die hohen und riesigen Hallen beheizen muss. Nach dem Zuschnitt werden die Bretter millimetergenau weiterverarbeitet, gestapelt, gelagert und schließlich in einer großen Trockenanlage mit 98 Grad Raumtemperatur für die Auslieferung vorbereitet.

„Viel wird danach direkt in unser Werk nach Ternitz geliefert, der Rest geht in den Export“, erklärt Tochter Valentina Kirnbauer-Schneider. Der Versand erfolgt entweder per Lkw oder über die Schiene – hier sind aber noch ein paar klärende Gespräche ausständig. Gearbeitet wird von Montag bis Freitag im Zwei-Schicht-Betrieb, Elektriker und Schlosser werden übrigens noch gesucht.

An die 30 Lkw werden das Areal künftig bei der Zu- und Ablieferung täglich frequentieren. Sie dürfen aber nicht durch die Stadt Neunkirchen fahren. Der Verkehr wird über die B17 abgewickelt.

Dass auch sicherheitstechnisch alles dem neuesten Stand entspricht, dafür sorgt eine hochmoderne Sprinkler- und Löschanlage. Eigene Löschsilos und ein Brunnen stellen das im Notfall dafür benötigte Wasser bereit – zuständig im Fall einer Alarmierung ist die Freiwillige Feuerwehr Peisching.

www.kirnbauer.at

www.noen.at/neunkirchen

Anzeige