Bereits in der dritten Generation stellt die Alpenländische Veredelungs-Industrie GmbH (AVI) all das her, was für die Bewehrung von Beton mit Stahl benötigt wird – von klassischen Abstandshaltern über Gitterträger bis hin zu Querkraft- und Durchstanzelementen für Stahlbetonplatten. Die Produkte des steirischen Familienunternehmens finden auf zahlreichen Baustellen in Europa Verwendung. Sie werden direkt an betonverarbeitende Betriebe, Bauunternehmen und Betonstahl-Biegebetriebe geliefert.
Bisher planten die zuständigen AVI-Mitarbeitenden im Verkaufsinnendienst (VKI) diese Transporte manuell auf Basis von Erfahrungswerten: Bei jeder eingehenden Bestellung schätzten sie – mit einer ungefähren Kenntnis über Lademeter und -gewicht – ab, wie die Bestandteile in die verfügbaren Lkw passen.
Weder die räumliche Verteilung der Ware noch die optimale Nutzung des Laderaums konnten in diesem frühen Stadium genau berücksichtigt werden. Variierende Größen, Formen und Gewichte der Produkte sowie die stark schwankende Nachfrage erschwerten die Planung zusätzlich. Erst bei der nachgelagerten, tatsächlichen Kommissionierung durch den Staplerfahrer stellte sich dann heraus, ob der Lkw wirklich wie geplant beladen werden konnte.
Das grundlegende Problem bestand darin, dass durch eine fehlende Visualisierung entweder zu wenig Ware eingeplant wurde – und somit Laderaum ungenutzt blieb – oder Kapazitäten überschritten wurden. In beiden Fällen war eine aufwendige Nachbearbeitung nötig – inklusive Kundenkontakt und Bestelländerung.
Meist wurden Bestellmengen angepasst, um den Lkw voll auszulasten. Anschließend begann die Kommissionierung am Verladepunkt erneut. Insgesamt führte die manuelle Planung nicht nur zu Verzögerungen und Fehleranfälligkeit, sondern auch zu mehrfacher Bearbeitung derselben Bestellung und erhöhtem Kommunikationsaufwand mit dem Kunden.
Insbesondere mit Blick auf neue Mitarbeitende stellte sich die strategische Frage, wie die Transportplanung bei AVI zukünftig aussehen könnte. Um sicherzustellen, dass Transporte möglichst kostengünstig bleiben, die Lkw auch in Zukunft optimal ausgelastet werden und gleichzeitig die Gewichts- und Achslastbeschränkungen eingehalten werden, benötigte AVI Unterstützung in der Transportplanung – und fand diese bei S2data.
Das österreichische Start-up hat eine cloudbasiere Softwarelösung für die holistische Optimierung der gesamten Supply Chain entwickelt: Mithilfe Künstlicher Intelligenz verarbeitet sie zeitgleich Informationen aus Produktion, Lager, Materialbedarf und Logistik. Auf Basis der Daten berechnet sie mithilfe von eigens entwickelten Algorithmen die optimale Auslastung des Laderaums und wählt die effizienteste Route sowie den passenden Frachttarif.
Bei AVI kommt die S2data Platform primär zum Einsatz, um die Verladeplanung für den Transport zu digitalisieren und zu automatisieren. Die vom Start-up entwickelten Algorithmen berücksichtigen die unterschiedlichen Produktabmessungen und Bündelungsspezifikationen bei der Berechnung des Laderaums und gewährleisten so eine optimale Auslastung. Das manuelle Ausrechnen und Planen gehört für die AVI-Mitarbeitenden damit der Vergangenheit an.
„Eingehende Bestellungen müssen lediglich in die Software eingegeben werden – die Laderaumplanung erfolgt komplett automatisch, schnell und effizient“, erklärt AVI-Geschäftsführer Klaus Hreniuk. Die Fahrzeugauslastung hat sich dadurch erheblich verbessert. Im Vergleich zu früher wird der Laderaum effizienter genutzt. Das vermeidet zusätzliche Fahrten und senkt die Betriebskosten.
