Die ESIM Chemicals GmbH hat am 15. Oktober 2025 beim Landesgericht Linz die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens angemeldet. Betroffen sind 289 Mitarbeitende und rund 190 Gläubiger. Den Aktiva von rund 3,8 Mio. EUR stehen Passiva von ca. 118 Mio. EUR gegenüber. Die Quote für die ungesicherten Gläubiger dürfte laut Insolvenzantrag bei unter 5 Prozent liegen. Im Falle einer strukturierten Abwicklung bzw. bei Gelingen einer übertragenden Sanierung besteht laut Schuldnerin aber ein Potential für eine höhere Quote.
Ursachen für die angespannte wirtschaftliche Situation sind ein massiv gestiegenes Kostenniveau insbesondere bei Löhnen und Energie sowie ein stark zunehmender Wettbewerbsdruck aufgrund von Überkapazitäten in Asien. Trotz intensiver Verhandlungen mit Banken und Eigentümern konnten die geplanten außergerichtlichen Restrukturierungsmaßnahmen nicht mehr umgesetzt werden.
„Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv an Lösungen gearbeitet, um den Betrieb stabil zu halten und eine Restrukturierung aus eigener Kraft zu ermöglichen. Leider war dies nicht mehr möglich. In unserer Verantwortung mussten wir daher den Insolvenzantrag stellen“, so Dr. Frank Wegener, Geschäftsführer der ESIM Chemicals GmbH.
Es ist beabsichtigt, das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens fortzuführen und die Profitabilität nach Maßgabe eines gemeinsam mit dem Masseverwalter noch im Detail abzustimmenden Restrukturierungskonzeptes wiederherzustellen. Ziel ist es, den Standort Linz zu sichern und eine möglichst große Zahl an Arbeitsplätzen durch eine Investorenlösung abzusichern.
„Wir sind überzeugt, dass ESIM Chemicals aufgrund seiner technologischen Kompetenz, der langjährigen Kundenbeziehungen und des hohen Know-hows unserer Mitarbeitenden eine tragfähige Zukunftsperspektive hat. Unser Ziel ist es, diese Zukunft gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter und potenziellen Investoren zu gestalten“, so Frank Wegener.
