Pünktlich zum Start der Erntesaison hat das norditalienische Konsortium Melinda in Trentino ein neues Logistiksystem in Betrieb genommen. Frisch gepflückte Äpfel können jetzt per Seilbahn transportiert werden.
Das eigens entwickelte Transportsystem hat vor Kurzem seine Jungfernfahrt absolviert. Im Herzen des Bergwerks Rio Maggiore verbindet es einen der Verarbeitungsräume mit unterirdischen Kammern, die 900 Meter vom Eingang entfernt und etwa 575 Meter über dem Meeresspiegel liegen.
Die weltweit erste Seilbahnanlage für den Transport von Obst entstand im Rahmen eines Projektes, das vom Konsortium Melinda in Zusammenarbeit mit der Leitner-Gruppe, einem international führenden Unternehmen im Bereich Seilbahnanlagen, realisiert wurde. Das Vorhaben finanzierte sich teilweise aus dem europäischen Programm „Next Generation EU“, das 40 Prozent der Investitionen trägt.
Die Seilbahn ist 1,3 Kilometer lang und überwindet einem Höhenunterschied von fast 90 Metern. Sie kann stündlich 460 Container à 300 Kilogramm transportieren und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde (18 km/h). Die Früchte gelangen so in die unterirdischen Lagerräume des Bergwerks, wo die natürliche Kühllagerung im Vergleich zu herkömmlichen Lagern eine Energieeinsparung von 30 Prozent garantiert.
Damit werden jedes Jahr über 5.000 Lkw-Fahrten eingespart, was zu einer Verringerung der Emissionen führt. Die Seilbahn, die mit erneuerbaren Energien – Photovoltaik und Wasserkraft – betrieben wird, nutzt bei der Talfahrt außerdem das Gewicht der Äpfel zur Energieerzeugung.
