Mit 1,3 Mrd. EUR Investitionen in fünf Jahren bekennt sich die heimische Papier- und Zellstoffindustrie klar zum Standort Österreich. Allein 2025 sind rund 190 Mio. EUR in Modernisierung, Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit geflossen. Hohe Energiekosten und unzureichende Ausgleichsmechanismen verschärfen jedoch den Wettbewerbsdruck im europäischen Binnenmarkt.
„Unsere Industrie ist bereit, weiterhin hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und ihre Transformation hin zu einer klimaneutralen Branche konsequent fortzusetzen. Jetzt ist die Politik gefordert, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sicherzustellen, unnötige und überzogene Regulierungen abzubauen und Berichtspflichten auf das notwendige Maß zu reduzieren“, fordert Austropapier-Präsident Martin Zahlbruckner.
Ein Jahresumsatz von 4,4 Mrd. EUR und einer Exportquote von 88 Prozent machen die Branche zu einem zentralen Bestandteil der heimischen Industrie. Rund 440.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier, womit jeder elfte Beschäftigte in Österreich mit diesem Sektor verbunden ist.
Wie stark sich die Branche strategisch weiterentwickelt hat, zeigen auch die Produktionszahlen. 2025 entfielen 2,67 Mio. Tonnen auf Verpackungspapiere, ein Plus von rund 37 Prozent gegenüber 2015, und 1,16 Mio. Tonnen auf grafische Papiere. Ergänzt wird dieses Portfolio durch Spezialpapiere, die in zahlreichen systemrelevanten Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Medizin, im Hygiene- und Pharmabereich sowie in weiteren Industriezweigen.
„Österreichische Betriebe zahlen das 2,3-Fache an Energiekosten im Vergleich zu deutschen Standorten. Kostenunterschiede dieser Größenordnung entscheiden darüber, wo investiert und wo Beschäftigung gesichert wird“, warnt Harald Ganster, Vorstandsmitglied von Austropapier.
Bereits heute nimmt die Papier- und Zellstoffindustrie eine Vorreiterrolle in der Bioökonomie ein. Rund 70 Prozent erneuerbare Energieträger, die Versorgung von mehr als 110.000 Haushalten mit Strom und Fernwärme sowie eine Altpapiereinsatzquote von 88 Prozent unterstreichen ihre Bedeutung.
