Freie Fahrt auf der Koralmbahn für den Schienengüterverkehr

Mit der neuen Strecke zwischen Graz und Klagenfurt sowie den bestehenden Schienen über den Neumarkter Sattel ist eine viergleisige Südachse entstanden.

Freie Fahrt auf der Koralmbahn für den Schienengüterverkehr Bild: ÖBB-Marek Knopp / Hochrangige nationale und internationale politische Vertreter:innen bei der offiziellen Eröffnung (von l. n. r.): Bürgermeister Christian Scheider (Stadt Klagenfurt), Landeshauptmann Mario Kunasek (Steiermark), Bürgermeisterin Elke Kahr (Stadt Graz), Direktor Eric von Breska (Generaldirektion Mobilität und Verkehr der EU-Kommission), ÖBB CEO Andreas Matthä, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Landeshauptmann Peter Kaiser (Kärnten), Vizekanzler Andreas Babler und Bundesminister Peter Hanke (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur).

Die am 12. Dezember offiziell eröffnete Koralmbahn verschafft nicht nur dem Personenverkehr mit der erheblichen Fahrzeitverkürzung zwischen Graz und Klagenfurt einen großen Vorteil. Auch für den Gütertransport ist der 130 Kilometer lange Neubau mit dem 33 Kilometer langen Koralmtunnel, dem sechslängsten Eisenbahntunnel der Welt, als Herzstück bedeutsam.

Denn die neue Flachstrecke ermöglicht die Traktion von Güterzügen mit 250 bis 280 Tonnen höheren Lasten. So lassen sich durch kürzere Laufzeiten und effizientere Umläufe bis zu 300.000 Zugkilometer pro Jahr einsparen. Die geringeren Steigungen auf der Strecke der Koralmbahn (10 statt 16 Promille) sind ebenfalls im Sinne der Effizienz, weil so für die Fahrten weniger Energie verbraucht wird.

Güterzüge zwischen Villach-Süd und Graz müssen künftig nicht mehr den Umweg über Knittelfeld, Leoben und Frohnleiten nehmen und kommen daher schneller ans Ziel. Das ist besonders für den Einzelwagenverkehr wichtig.

Mit der neuen Koralmbahn und der Bestandsstrecke über den Neumarkter Sattel ist eine viergleisige Südachse entstanden. Das bringt laut ÖBB bis zu 30 Prozent zusätzliche Kapazität für den Güterverkehr und somit noch mehr Raum für klimafreundliche Transporte auf der Schiene.

„Die Koralmbahn ist Teil des Ostsee-Adria-Korridors, der Europa von Nord nach Süd verbindet und eine der wichtigsten Güterverkehrsrouten auf dem Kontinent darstellt. Dieser Korridor verbindet Wirtschaftsräume und stärkt Österreich als Logistikdrehscheibe für schnellere und effizientere Verbindungen in Richtung Häfen und Industriezentren. Damit wächst Europa zusammen“, streicht ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä die überregionale Bedeutung der Koralmbahn für den Schienengüterverkehr hervor.

Insgesamt wurden rund 5,9 Mrd. EUR in den Bau der neuen Strecke investiert, was Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung geschaffen hat. Die Europäische Union hat dieses wegweisende Projekt mit mehr als 600 Mio. EUR mitfinanziert, darunter 543 Mio. EUR aus dem Aufbauplan „NextGeneration EU“.

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