Um die Großglockner Hochalpenstraße langfristig vor Hangabrutsch zu schützen, führten die Spezialtiefbau-Experten von Felbermayr umfangreiche Sicherungsmaßnahmen zur Böschungsstabilisierung durch. Ein paar Meter unter der Kehre vier auf knapp 2.536 Metern Seehöhe wurden dafür insgesamt 28 sogenannte Schirmelemente installiert. Das Projekt verlangte von den Höhenarbeitern aus Lienz höchste Präzision unter extremen Bedingungen – dort, wo die Großglockner Hochalpenstraße den Himmel zu berühren scheint.
„Wir arbeiten hier auf über 2.500 Metern Seehöhe in felsigem Gelände bei einer Steigung von knapp 40 Grad – jeder Handgriff muss sitzen und jeder Schritt wohlüberlegt sein“, beschreibt Bauleiter Johann Bugelnig die anspruchsvollen Arbeitsbedingungen. Die Elemente zur Böschungssicherung wurden mithilfe eines Schreitbaggers im Gelände positioniert, teilweise auf unbefestigtem Gerölluntergrund.
„Neben der körperlich fordernden Arbeit im hochalpinen Gelände stellte vor allem die Logistik ein zentrales Thema dar. Der Materialtransport bis hin zur Baustelle sowie das Einheben der Schirmelemente am Hang musste präzise abgestimmt und unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt werden“, ergänzt Bauleiter Florian Haller.
Die montierten Schirmelemente bestehen aus einer flexiblen Stahlkonstruktion mit einer Grundfläche von 2,00 mal 2,50 Metern. Zwei sich kreuzende Stahlträger werden über eine Zentralplatte verbunden, an der die Zentralstange montiert ist. Stahlseile spannen die Konstruktion zusätzlich ab, sodass die auftretenden Kräfte über die eingebauten Anker in den tragfähigen Untergrund abgeleitet werden.
Insgesamt wurden 850 Laufmeter Injektionsanker eingebaut. Ergänzend zu den Schirmelementen errichtete Felbermayr einen Spritzbetonbalken, welcher unterhalb einer bereits bestehenden Felssicherung positioniert wurde. „Die verstärkte Spritzbetonwand erhöht in Verbindung mit den Elementen zur Böschungssicherung die Gesamtstabilität des Hanges deutlich“, erläutert Florian Haller.
Das System ermögliche eine verhältnismäßig unkomplizierte Montage und stelle geringe Anforderungen an das Hinterfüllmaterial. Das seien beides entscheidende Aspekte in schwer zugänglichem Gelände.
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