Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing AG aus dem Bezirk Vöcklabruck hat im ersten Halbjahr 2025 seinen Erholungskurs fortgesetzt und ist nach einem deutlichen Minus im Vorjahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 15,2 Mio. EUR, nach einem Verlust von 65,4 Mio. EUR im Vergleichszeitraum 2024.
Gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres hat Lenzing heuer den Umsatz um 2,3 Prozent auf 1,34 Mrd. EUR gesteigert. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ist um 63,3 Prozent auf 268,6 Millionen Euro gewachsen.
Im zweiten Quartal hat sich die aggressive Zollpolitik der USA bemerkbar gemacht. Die chinesischen Textilexporte in die Vereinigten Staaten seien nahezu zusammengebrochen, erklärte Vorstandschef Rohit Aggarwal bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Lenzing spürt die Auswirkungen indirekt, weil das Unternehmen in globalen Lieferketten eng mit der Textilindustrie verbunden ist.
In den USA habe sich das Geschäft hingegen stabil gezeigt. Die Kunden dort hätten aus Angst vor künftigen Zöllen vermehrt eingekauft. Preisbereinigt sei der Umsatz um vier Prozent gestiegen. In der EU hingegen habe die Nachfrage weitgehend stagniert. In China sei der Absatz wegen einer starken Binnennachfrage um zwei Prozent gestiegen.
Das interne Sparprogramm wird Lenzing auch 2025 fortsetzen. Im laufenden Jahr sollen Einsparungen in Höhe von 180 Mio. EUR erzielt werden. Darunter sind geplante Kürzungen bei Struktur-, Prozess- und Personalkosten sowie IT und Controlling.
In einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe werden wöchentlich Maßnahmen beschlossen. So wurde bereits ein Teil der Produktion von Indonesien nach Oberösterreich verlagert. Das Werk am Stammsitz konnte davon profitieren. Weitere Standortverlagerungen seien je nach Zollsituation möglich, sagte Aggarwal.
