Am Wochenende kehrte eine 60-köpfige Wirtschaftsdelegation aus der Steiermark unter der Führung von Landeshauptmann Mario Kunasek nach einem intensiven Arbeitsbesuch aus China zurück. Mit im Gepäck waren neben vier Memoranden, zwei Wirtschaftsabkommen und einer höchst positiven Nachricht aus der Autoindustrie auch zahlreiche neue Erkenntnisse und Impulse, die helfen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik in Zukunft noch stärker zu intensivieren.
Bei der Visite ging es in erster Linie darum, die wirtschaftlichen Beziehungen mit chinesischen Handelspartnern zu vertiefen, Netzwerke zu festigen, neue Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und den Standort Steiermark international zu stärken. China ist für die „Grüne Mark“ der viertgrößte Exportmarkt, beim Import liegt das „Reich der Mitte“ auf Platz zwei.
Beim Besuch der Zentrale des AI- und E-Mobility-Konzerns Xpeng gab es auch einen konkreten Abschluss zu vermelden. Nachdem im Grazer Magna-Werk nach dem G9 und G6 erst kürzlich mit dem P7+ bereits das dritte Modell in die Endfertigung ging, hat man in China die Produktion eines vierten Typs ab Jahresende fixiert, was wiederum neue Arbeitsplätze in der Landeshauptstadt bedeutet.
Die Delegation führte Gespräche mit maßgeblichen politischen Entscheidungsträgern und Führungspersönlichkeiten von Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Technologie und Innovation. Wesentliche Player waren unter anderem international tätige Leitbetriebe wie AT&S, AVL List und Magna International.
In der Reisegruppe fanden sich unter anderen auch Vertreter der Energie Steiermark, die bei uns chinesische Windräder aufstellt und die Bergbau-Spezialisten der Sandvik Holding, für welche die Volksrepublik von höchster Bedeutung ist. Der chinesische Markt eröffnet vielen steirischen Unternehmen neue Chancen. Neben großen Leitbetrieben wollen auch kleinere Betriebe dort punkten, vor allem im boomenden Bereich der Umwelttechnik.
Etwa 60 steirische Unternehmen sind in China bereits vertreten. So produziert AT&S seit 25 Jahren in Shanghai Leiterplatten. Diese werden in Computerchips eingebaut, die in fast allen Handys zu finden sind. Wäre man nicht am chinesischen Markt vertreten, hätte man am von Asien dominierten internationalen Markt keine Chance.
Auch Magna fertigt gemeinsam mit seinem chinesischen Partner in einem eigenen Werk Autos. Vorbild für eine bereits erfolgreiche Kooperation in Shanghai ist jene mit der Tongji-Universität. Diese geht auf AVL-Gründer Hans List zurück, der vor 100 Jahren als Professor in Shanghai lehrte.
