Die Einführung des Einwegpfands und das veränderte Konsumverhalten haben den heimischen Biermarkt im vergangenen Jahr schwer getroffen. 2025 ist der Gesamtausstoß bei den schäumenden Getränken gegenüber dem Jahr davor um 7,1 Prozent auf 9,25 Mio. Hektoliter zurückgegangen.
„Mengenwachstum ist nicht mehr zu erwarten“, heißt es vom Verband der Brauereien, der die Bilanz 2025 präsentiert hat. Im Vorjahr wurden von den österreichischen Braustätten 8,7 Mio. Hektoliter Bier (exkl. AF-Biere) produziert, davon gingen mehr als 1,12 Mio. Hektoliter in den Export. Das Minus im Bier-Inlands-Ausstoß belief sich auf 6,5 Prozent, im Export auf 10,8 Prozent.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung beim Dosenbier: Die Produktion sei regelrecht „implodiert“, insgesamt wurden knapp 100 Mio. Dosen weniger hergestellt. Anders ausgedrückt: Pro Kalendertag haben die Brauereien 274.000 Dosen weniger befüllt.
Entscheidende Faktoren für den geringeren Absatz „sind auch die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit hoher Teuerung und das geänderte Konsumverhalten“, erklärt Verbandsobmann Karl Schwarz. Er ortet hier keine kurzfristige Delle, sondern einen grundlegenden strukturellen Wandel.
Kaum besser ist die Lage in der Gastronomie. Im Vorjahr ist der Absatz von Fass- und Tankbier gegenüber 2024 um vier Prozent auf 1,7 Mio. Hektoliter gesunken. Hauptgrund dafür ist das Wirtshaussterben im ländlichen Raum.
Einen der wenigen positiven Impulse für den Markt spürt der Brauereiverband bei alkoholfreiem Bier, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut und dessen Qualität sich ständig weiterentwickelt. Derzeit liegt der Anteil am Gesamtausstoß noch bei knapp vier Prozent. Der Marktanteil werde sich aber „rasch in Richtung 10 Prozent entwickeln“, erwartet Karl Schwarz.
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