Brennerkorridor: Hohe Folgekosten auf der Straße

Rund ein Drittel der Transit-Lkw über die Alpen fahren durch Tirol, obwohl sie eigentlich eine um mehr als 60 Kilometer kürzere Alternative hätten.

Brennerkorridor: Hohe Folgekosten auf der Straße Bild: LPA - Rabanser

Über den Brenner bewirkt der Gütertransport auf der Straße viermal höhere Folgekosten als auf der Schiene. Das geht aus einer im Rahmen der EU-Alpenraumstrategie EUSALP beauftragten Studie hervor. Sie bewertet diese sogenannten externen Kosten des Straßengüterverkehrs – wie u.a. klimaschädliche Treibhausgasemissionen oder Beeinträchtigung von Ökosystemen – mit 1,1 Mrd. EUR. Rechnet man den Personenverkehr hinzu sind es insgesamt 2,1 Mrd. EUR.

Die Untersuchung, die sechs grenzüberschreitende, alpenquerende Abschnitte unter die Lupe genommen hat, macht deutlich, dass auf dem rund 430 Kilometer langen Brennerkorridor zwischen München und Verona die meisten externen Kosten anfallen. Lediglich am Ventimiglia-Korridor zwischen Marseille und Genua entstehen vergleichbar hohe externe Kosten.

„Rund ein Drittel der Transit-Lkw über die Alpen fahren durch Tirol, obwohl sie eigentlich eine um mehr als 60 Kilometer kürzere Alternative hätten“, kritisiert Verkehrslandesrat René Zumtobel. Den Grund dafür ortet er in den seiner Ansicht nach zu geringen Mautgebühren über die gesamte Korridorstrecke.

Gegenüber dem Straßentransport hätte die Bahn einen eklatanten Wettbewerbsnachteil. Denn bei den von den Frächtern gezahlten Preisen blieben die von den Lkw ausgelösten Folgekosten weitgehend unberücksichtigt. „Diese Kosten sollte eigentlich der Verursacher – in diesem Fall der Güterverkehr auf der Straße – tragen“, mahnt René Zumtobel ein.

Denn nur vier Prozent der vom Verkehr verursachten externen Kosten würden auf der Schiene entstehen. Und die seien vor allem auf den Lärm zurückzuführen. Der sollte nach der Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels im Wipptal fast vollständig wegfallen, geht aus der Studie hervor.

www.tirol.gv.at

Land Tirol
Anzeige