Hält der angekündigte Zeitplan, wird die neue Eisenbahn-Hochleistungsstrecke zwischen Budapest und Belgrad am 27. Februar erstmals mit Güterzügen befahren. Zwei Wochen später, am 15. März, soll der Personenverkehr folgen, kündigt Ungarns Bau- und Verkehrsminister János Lázár an.
Die rund 350 Kilometer lange Strecke, die die Hauptstädte Serbiens und Ungarns miteinander verbindet, wurde größtenteils von der Chinesischen Export-Import-Bank finanziert. Hintergrund: China hat großes Interesse daran, den unter Kontrolle seiner staatlichen Reederei Cosco stehenden Hafen Piräus in Griechenland logistisch besser an Mitteleuropa anzubinden.
Der serbische Abschnitt von Belgrad bis zum Grenzbahnhof Subotica wurde bereits im Oktober 2025 für den Verkehr freigegeben. Ungarn erhält mit der Fertigstellung eine vollständig erneuerte, 160 Kilometer lange, zweigleisige Hauptstrecke, die eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h zulässt.
„Wir haben die alte Infrastruktur praktisch komplett abgebaut und durch ein völlig neues System ersetzt – sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr“, berichtet Zsolt Hegyi, Vorstandsvorsitzender der MÁV-Gruppe. Die Budapest–Belgrad-Strecke gilt als das bedeutendste Eisenbahnprojekt der vergangenen Jahrzehnte in Ungarn.
Im Personenverkehr wird die neue Bahnlinie – auf der alten war früher der legendäre „Orient-Express“ unterwegs – die Reisezeit erheblich verkürzen: Die Fahrt von Budapest nach Belgrad wird nur noch 2. Stunden und 40 Minuten dauern, statt wie derzeit noch bis zu 8 Stunden.
