Transportzeiten belasten Farben- und Lackeindustrie

Viele bei der Produktion eingesetzte Materialien beruhen direkt oder indirekt auf petrochemischen Rohstoffen.

Transportzeiten belasten Farben- und Lackeindustrie Bild: Kansai Helios Austria

Die stark gestiegenen Rohölpreise und anhaltende Störungen globaler Lieferketten verschärfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die heimischen Lack- und Anstrichmittelerzeuger. In erster Linie betroffen seien die Kostenstrukturen der Unternehmen, warnt der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Grund: Viele für die Lackproduktion eingesetzte Materialien – darunter Binde- und Lösungsmittel, Harze und Additive – stammen direkt oder indirekt von petrochemischen Rohstoffen ab. Steigende Rohölpreise schlagen sich daher in höheren Produktionskosten nieder.

Zwar setzt die heimische Lackindustrie ohnehin bereits zu rund 80 Prozent auf wasserbasierte Systeme. Trotzdem bleibt die Abhängigkeit von petrochemischen Ausgangsstoffen bestehen.

„Neben den aktuellen Kostensteigerungen sehen wir zunehmende Risiken für die Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe“, stellt Branchensprecher Hubert Culik fest. Umleitungen in der Schifffahrt, längere Transportzeiten und Engpässe bei Energie und Vorprodukten wirkten sich schon heute auf Lieferketten aus und würden auch nach einem Ende des Konflikts nicht sofort verschwinden.

Die konjunkturelle Erholung, die sich in den letzten Monaten angedeutet habe, sei nun wieder stark gefährdet, so der Fachverband. Dabei sei das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen derzeit noch nicht abschätzbar.

Die 26 Betriebe der österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie beschäftigen etwa 2.700 Mitarbeitende. Sie produzieren jedes Jahr 133.000 Tonnen Lack- und Anstrichmittel im Wert von 503 Mio. EUR. Die Branche investiert 10 bis 15 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

https://lacke.fcio.at

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