Hightech aus Niederösterreich für die Verkehrserfassung

Autobahnbetreiber aus Europa und Südamerika erteilen erste Aufträge für die TAM-Technologie von Deltabloc.

Hightech aus Niederösterreich für die Verkehrserfassung Bild: Deltabloc

Auf der Intertraffic Amsterdam haben die Kirchdorfer Gruppe und ihre Tochter Deltabloc ihre neuartige TAM-Technologie (Traffic & Accident Monitoring) öffentlich vorgestellt. Die neue Generation der Verkehrserfassung wurde auf der weltweit größten Fachmesse für Verkehrstechnik mit dem renommierten „Inspiration Award“ ausgezeichnet und erhielt direkt am Messestand erste Aufträge von Autobahnbetreibern in Europa und Südamerika.

Während bisherige Systeme auf Kameras oder punktuelle Sensoren setzen, basiert TAM auf einer faseroptischen Sensortechnologie, die die Straße selbst zum Messinstrument macht. Ein Glasfaserkabel, das in oder unter der Fahrbahn verlegt wird, fungiert als Sensor und erfasst die Vibrationen vorbeifahrender Fahrzeuge über Distanzen von bis zu 50 Kilometern in Echtzeit. 

Ein Auswertegerät analysiert die Signale und wandelt sie mithilfe einer speziellen Software in detaillierte Verkehrsdaten um, die über eine Schnittstelle an Verkehrsmanagement-Systeme übergeben werden können. Geschwindigkeit, Fahrzeugtypen, Bremsmanöver, Unfälle, Verkehrsaufkommen sowie beginnende Stau- oder Gefahrensituationen werden so auf den Meter genau lokalisiert und in Echtzeit erfasst. 

Dadurch entsteht ein durchgehendes Abbild des Verkehrsflusses entlang kompletter Streckenabschnitte. Das System benötigt weder Portale noch Kameras, keine lokale Stromversorgung an der Strecke und keine komplexe Verkabelungsinfrastruktur. Ziel ist es, die TAM-Plattform in bestehende Anlagen der Verkehrssteuerung zu integrieren und in weiteren Pilotprojekten zu erproben

„Mit TAM schaffen wir erstmals eine durchgehende Verkehrsüberwachung, indem wir die Fahrbahn selbst zum Sensor machen. Das verbessert die Sicherheit auf unseren Straßen erheblich und liefert die Datengrundlage für ein modernes, vorausschauendes Verkehrsmanagement mit künstlicher Intelligenz“, erklärt Dr. Thomas Edl, Geschäftsführer der Kirchdorfer Sparte Road & Traffic.

Die Jury des „Inspiration Award“ würdigte die Technologie als „völlig neu und bahnbrechend“. Ursprünglich in der Pipeline- und Erdbebenüberwachung eingesetzt, eröffnet die faseroptische Messtechnik nun neue Möglichkeiten im Verkehrsmanagement. Erste Praxiseinsätze in Deutschland, Belgien, Slowenien, Lettland und dem Vereinigten Königreich zeigen, dass Staus und Zwischenfälle deutlich früher erkannt und Maßnahmen rascher eingeleitet werden können.

Die Kirchdorfer Gruppe ist ein privat geführter österreichischer Baustoffkonzern mit Sitz in Kirchdorf an der Krems (OÖ). Rund 1.800 Mitarbeitende sind in 14 Ländern in den Bereichen Zement, Rohstoffe, Betonfertigteile sowie Straßensicherheitssysteme tätig.

www.kirchdorfer.at

www.deltabloc.com

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