Mit einem symbolischen „Ersten Rammschlag“ ist gestern der offizielle Baustart für den Neubau der Nordmole erfolgt. Nach intensiver Planung, umfassender Abstimmung und der von Senat und Bürgerschaft sichergestellten Finanzierung beginnt damit eines der sichtbarsten und technisch anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahre in Bremerhaven.
Die neue Nordmole ersetzt das seit der Havarie im Jahr 2022 beschädigte Bauwerk und wird künftig die nautischen Bedingungen an der Zufahrt zum Fischereihafen deutlich verbessern. Damals war der Molenturm – nachdem die Mole bereits über Jahre als „abgängig“ gesperrt war – in Schieflage geraten und musste in einem aufwendigen Einsatz demontiert werden. Die Sicherung der Geestemündung erfolgte zunächst provisorisch, unter anderem mit Sandsäcken.
„Der Neubau der Nordmole ist mehr als ein Bauprojekt: Er steht für Sicherheit, Zukunftsfähigkeit und die klare Erkenntnis, dass Hafeninfrastruktur keinen Investitionsstau verzeiht. Die Entwicklung an der alten Mole bis zur akuten Lage 2022 zeigt, wie schnell aus Verschleiß ein Sicherheitsrisiko wird, wenn Erneuerungen zu lange ausbleiben. Deshalb investieren wir jetzt verlässlich in den Neubau“, betont Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation anlässlich des Ersten Rammschlags.
Die neue Nordmole entsteht in einer nach Nordwesten verschwenkten Lage. Durch diese veränderte Ausrichtung wird die Einfahrt in den Fischereihafen aufgeweitet – mit spürbaren Verbesserungen für ein- und auslaufende Schiffe bei unterschiedlichen Strömungs- und Wetterlagen. Insgesamt wird die Mole rund 280 Meter lang. Zwei parallele Spundwände bilden die Gründung, darauf entsteht ein robuster Überbau aus Stahlbeton.
„Mit der neuen, verschwenkten Nordmole schaffen wir deutlich mehr Sicherheit für Schifffahrt und Hafenbetrieb. Gleichzeitig kehrt mit dem Molenturm ein wichtiges Wahrzeichen zurück. Er steht sinnbildlich dafür, dass moderne Infrastruktur und maritime Tradition in Bremerhaven zusammengehören – und dass wir Zukunft bauen, ohne unsere Geschichte aus dem Blick zu verlieren“, so Senatorin Kristina Vogt.
Der Neubau ist ein Projekt von erheblichem Umfang: Rund 3.500 Tonnen Stahl werden verbaut, etwa 140.000 Kubikmeter Boden über und unter Wasser bewegt. Senat und Bürgerschaft haben für das Projekt Mittel in Höhe von 32,2 Mio. EUR freigegeben.
