End-to-End-Mautsystem von Kapsch für Lkw in Litauen

System soll Anfang 2027 in Betrieb gehen: Weltweit erste öffentliche Ausschreibung für Satellitenmaut über Smartphone-App.

End-to-End-Mautsystem von Kapsch für Lkw in Litauen Bild: Kapsch TrafficCom

Kapsch TrafficCom wurde von der litauischen Straßenbaubehörde Via Lietuva mit der Lieferung eines End-to-End- Mautsystem für Lkw beauftragt. Das im Februar vergebene Projekt beinhalte auch den technischen Betrieb in den nächsten fünf Jahren, teilt das Unternehmen mit.

Das in Litauen „e-Maut“ (elektronische Maut) genannte Mautsystem umfasst 2.851 Straßenkilometer. Bemautet werden alle regulären Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Der Projektwert beläuft sich auf 13,4 Mio. EUR (ohne MwSt.).

Die öffentliche Ausschreibung ist weltweit die erste ihrer Art, die eine Mautabwicklung über eine spezielle Smartphone-App vorsieht. Im Rahmen des Projekts wird Kapsch TrafficCom eine satellitengestützte Lösung liefern, mit der die Nutzer auf Basis der tatsächlich auf dem Straßennetz zurückgelegten Strecke bemautet werden, im Gegensatz zum bisher verwendeten Vignettensystem.

Juras Taminskas, Minister für Verkehr und Kommunikation in Litauen, sagt: „ Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung markiert einen Wendepunkt: Nach fünf Jahren Stagnation wird das E-Maut-Projekt endlich umgesetzt. Litauen ist damit das erste baltische Land, das E- Maut einführt. Wir wenden das richtige Prinzip an: Wer mehr fährt und mehr Umweltverschmutzung verursacht, trägt auch mehr zur Instandhaltung der Straßen bei.“

Die Nutzer können ihre Mautgebühren über Google Pay, Apple Pay, Kredit- und Debitkarten sowie Tankkarten bezahlen. Das System wird auch die Möglichkeit bieten, Routenpässe zu erwerben, sodass Nutzer, die kurzfristig das litauische Straßennetz nutzen müssen, ebenfalls die korrekten Mautgebühren bezahlen können.

Das System basiert auf der Satellitentechnologie von Kapsch TrafficCom, welche die von Smartphones gesendeten Standortdaten mit einer Karte des litauischen Straßennetzes abgleicht, genaue Mautgebühren berechnet und diese an die von Kapsch entwickelte App zurücksendet, die den Zahlungsvorgang abwickelt. Alle Daten werden vor Ort in litauischen staatlichen Rechenzentren gespeichert und verarbeitet.

Michael Weber, Head of Sales EMEA bei Kapsch TrafficCom, erklärt: „Wir sind nicht auf straßenseitige Infrastruktur angewiesen, was bedeutet, dass die Entwicklung, Lieferung und der Betrieb des Systems effizienter sind als bei anderen Mautmethoden. Unser System ist auch in der Lage, Daten von europäischen EETS-Mautanbietern sowie von Track & Trace-Geräten zu integrieren.“

Die Lieferung beginnt im Februar 2026, das Mautsystem soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Im Rahmen des Vertrags haben sich die litauischen Behörden für einen Solution-as-a- Service-Ansatz entschieden, der ihnen mehr Flexibilität und Unabhängigkeit bietet als infrastrukturbasierte Mautsysteme.

www.kapsch.net

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