Trotz aktueller Herausforderungen im Lebensmittelbereich wie Preissteigerungen oder Unwetterereignissen finden Agrarprodukte aus Österreich inkl. Erzeugnisse der österreichischen Lebensmittelindustrie guten Anklang. Der Wert der Agrarexporte stieg im ersten Halbjahr 2025 von rund 8,3 Mrd. EUR auf 8,7 Mrd. EUR (+4,1 Prozent). Die Exportmengen sanken hingegen von 5,4 auf 5,2 Mio. Tonnen (-3,2 Prozent). Die Agraraußenhandelsbilanz lag im ersten Halbjahr bei -1,3 Mrd. EUR (1. HJ 2024: -885 Mio. EUR).
Der europäische Markt ist für Österreichs Agrarwirtschaft der zentrale Partner: Über 80 Prozent der Ausfuhren gehen in den EU-Raum. Deutschland bleibt mit fast 40 Prozent Anteil an den Agrarexporten klar auf Platz eins. Das Nachbarland nahm Waren im Wert von 3,38 Mrd. EUR ab, ein Plus von 5,5 Prozent. Österreich exportierte um 190 Mio. EUR mehr nach Deutschland, als es von dort importierte.
Auf den weiteren Plätzen folgen Italien, Ungarn, die Schweiz und die Niederlande – in alle diese Länder stiegen die Ausfuhren. Die USA sind erstmals nicht mehr im Ranking der Top-10-Länder vertreten.
„Unsere Nachbarländer sind die wichtigsten Abnehmer von Produkten der österreichischen Landwirtschaft. Kurze Transportwege und die hohe Qualität unserer Lebensmittel machen die heimischen Agrarerzeugnisse besonders gefragt“, sagt Christina Mutenthaler-Sipek von AMA-Marketing. „Vor allem Deutschland bleibt unser Herzmarkt: Nirgendwo sonst zeigt sich so klar der hohe Stellenwert österreichischer Lebensmittel im Ausland.“
Ein Star am deutschen Markt ist der Käse: Insgesamt wurde Käse im Wert von 269 Mio. EUR exportiert, mit einem Plus von 7,9 Prozent wertseitig und 4,1 Prozent mengenmäßig. Besonders Skyr gewinnt an Beliebtheit. Das Milchprodukt ist ein fermentiertes Produkt mit viel Protein und wenig Fett. Der gesamte Milch- und Milchexport inklusive Käse legte wertseitig um 7,4 Prozent zu.
„Käse und Milchprodukte sind Botschafter bäuerlicher Tradition und kleinstrukturierten Verarbeitung. Ihre zunehmende Beliebtheit bestätigt die Arbeit der Milchbäuerinnen und -bauern“, erklärt Christina Mutenthaler-Sipek die anhaltende Nachfrage in Deutschland.
Momentan liegen auch Fleischsorten mit geringem Fettanteil im Trend. Geflügelfleisch wurde nach Deutschland stark nachgefragt: wertseitig +13 Prozent, mengenmäßig +3,8 Prozent. Wurst und Fleischzubereitungen entwickelten sich ebenfalls gut: plus 13,3 Prozent im Wert und 10,6 Prozent in der Menge. Fleischerzeugnisse sind damit das derzeit beliebteste Exportprodukt nach Deutschland.
