eFuels können die Energiewende nachhaltig vorantreiben

Verbrennungsmotoren werden noch bis zum Jahr 20240 weit verbreitet sein. Elektromobilität ist in manchen Bereichen nicht praktikabel.

eFuels können die Energiewende nachhaltig vorantreiben Bild: Mazda Deutschland

Die diesjährige ekkon Konferenz in Wien hat hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung versammelt, um die Rolle synthetischer Energieträger (eFuels) für klimafreundliche Mobilität zu diskutieren. Eröffnet wurde das Event u. a. von Bundeskanzler Christian Stocker, Umweltminister Norbert Totschnig sowie Führungskräften der Wirtschaftskammer und der eFuel Alliance Österreich. Im Zentrum standen Themen wie Versorgungssicherheit, Technologievielfalt und Standortstärkung.

In ihrer Eröffnungs-Keynote betonte Corentin Prié von Porsche Consulting, dass Verbrennungsmotoren auch 2040 weltweit weiterhin stark verbreitet sein werden – besonders in Lkw, Schiffen und Flugzeugen. eFuels seien daher entscheidend, um CO₂-Emissionen in diesen Bereichen zu reduzieren, insbesondere im Bestand.

Laut Porsche Consulting spielen eFuels dort eine Schlüsselrolle, wo Elektromobilität nicht praktikabel ist – etwa im Schwerlastverkehr und der Luftfahrt. Als Brückentechnologie helfen sie, Klimaziele zu erreichen und fossile Kraftstoffe zu ersetzen, während bestehende Infrastrukturen weiterhin genutzt werden können.

Der künftige Bedarf an flüssigen Kraftstoffen wird auch 2040 noch bei etwa 55 Prozent des heutigen Niveaus liegen. Um diesen Bedarf klimafreundlich zu decken, sind massive Investitionen nötig. Projekte wie „Haru Oni“ in Chile zeigen, dass Produktion technisch möglich und wirtschaftlich machbar ist – bei Nutzung günstiger Standortfaktoren wie Windkraft.

Porsche Consulting schätzt, dass eFuels bis 2040 bis zu 80 Prozent des Mobilitäts-Kraftstoffbedarfs abdecken könnten. Bis 2030 könnte daraus eine Multi-Mrd.-EUR-Industrie entstehen, wofür Investitionen von über 500 Mrd. EUR erforderlich wären. Aktuell gibt es weltweit etwa 300 Projekte mit Fokus auf eMethanol.

In Europa bieten besonders der Norden (Norwegen, Schweden) sowie der Süden (Spanien, Portugal) gute Bedingungen für eFuels-Produktion. International liegt China vorn, da dort bereits passende regulatorische Rahmenbedingungen bestehen und viele durchfinanzierte Projekte umgesetzt werden.

Derzeit sind eFuels noch teuer. Um die Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern, braucht es gezielte Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette – etwa Förderprogramme und stabile politische Rahmenbedingungen. Laut Porsche Consulting sind Produktionskosten von 1,25 EUR/Liter bei optimaler Skalierung realistisch.

Vertreter der eFuel Alliance Österreich fordern klare politische Signale, Investitionsanreize und internationale Partnerschaften, damit Europa bei eFuels eine Vorreiterrolle übernehmen kann. eFuels seien ein zentraler Bestandteil des Klimaschutzes, insbesondere für bestehende Fahrzeugflotten, und böten Chancen für Industrie, Arbeitsplätze und Energieunabhängigkeit.

www.efuel-alliance.at

Anzeige