Auf die anhaltend schwierige Situation der Automobilindustrie reagiert der Zulieferer Pollmann aus Karlstein im Waldviertel mit weiteren Sparmaßnahmen. Nach den Restrukturierungen des Vorjahres beschloss das Unternehmen, das Werk in Vitis bis Ende 2025 zu schließen.
Die dortige Produktion von Türschlossgehäusen wird an den Hauptsitz in Karlstein verlegt. Sämtliche 71 Mitarbeitenden von Pollmann wechseln in die 30 Autominuten entfernte Zentrale. Jetzt zieht das Unternehmen nach vier Monaten eine positive Zwischenbilanz.
Demnach konnte die Übersiedlung der ersten vollautomatisierten Spritzgussgehäuse-Fertigungslinie (500t Schließkraft) in nur 192 Stunden Ende Juni abgeschlossen werden. Seither läuft die Anlage im 3-Schicht Betrieb mit einer Gesamtanlageneffektivität (OEE) von über 90 Prozent.
Anfang Juli hat Pollmann zwei weitere vollautomatisierte Montageanlagen zur Fertigung von Türschlossgehäusen (Gesamtfläche: 300 m²) planmäßig nach Karlstein verlagert. Jede Anlage wurde binnen einer Woche transportiert, wieder aufgebaut und erfolgreich in Betrieb genommen werden. Die gefertigten Validierungsteile bestanden sämtliche Qualitätstests, sodass die Serienproduktion unmittelbar fortgeführt werden konnte.
Parallel dazu begann am 14. Juli der Transfer einer weiteren Fertigungslinie in das Pollmann-Werk in Tschechien. Bis dato wurden insgesamt 14 Lkw-Ladungen mit insgesamt rund 95 Tonnen Maschinen und Peripherie verlagert.
Hierfür waren die Anlagen in 56 Unterbaugruppen zerlegt, die schwerste Maschine wog 27 Tonnen. Mit dem planmäßigen Abschluss dieser Maßnahmen ist die erste Etappe der Verlagerungsarbeiten fristgerecht beendet.
Zur Realisierung der straffen Zeitplanung wurde ein Kernteam von 40 Technikern gebildet. Einige Anlagen mussten für bis zu 50 Prozent geringeren Flächenbedarf neu ausgerichtet werden.
Nach einer kurzen Sommerpause wird Pollmann die Verlagerungen weiterer Spritzgussanlagen ab dem 8. September wieder aufnehmen. Der Abschluss der verbleibenden Maßnahmen ist für den 7. November 2025 vorgesehen.
Für den modernen Standort Vitis ist eine geordnete Veräußerung vorgesehen. Erste Gespräche mit potenziellen Erwerbern aus der Industrie sind bereits am Laufen. Dank der Top‑Ausstattung und Auszeichnung als beste Fabrik Österreichs bietet dieser Standort für künftige Betreiber gute Voraussetzungen.
