Weltweit erstes voll-digitalisiertes Feuerfestwerk von RHI Magnesita

Der Standort in Radenthein verbindet High-Tech-Produktion mit heimischem Magnesit als Schlüsselrohstoff für Europas grünen Wandel.

Weltweit erstes voll-digitalisiertes Feuerfestwerk von RHI Magnesita Bild: RHI Magnesita

Bundeskanzler Christian Stocker informierte sich kürzlich im RHI Magnesita-Werk Radenthein (Kärnten) über modernste digitale Fertigung und regionale Rohstoffsicherung. Der Besuch unterstreicht die Bedeutung heimischer kritischer Rohstoffe wie Magnesit für die bevorstehende Industriestrategie.

„Radenthein zeigt eindrucksvoll, wie Rohstoffsicherheit, Digitalisierung und Umweltschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können, um Wertschöpfung im Land zu halten, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Standort – im Zusammenspiel mit dem Werk in Hochfilzen – steht für eine moderne Industriepolitik, die auf regionale Stärke, technologische Innovation und ökologische Verantwortung setzt“, sagte der Bundeskanzler.

Radenthein ist das erste Feuerfestwerk mit voll integriertem Manufacturing Execution System (MES), KI-gestützter Qualitätskontrolle und digitalem Zwilling aller Prozesse. Der Standort hat die folgenden Leistungsdaten:

  • Produktionskapazität: ≈ 140.000 Tonnen/Jahr
  • Artikel/Rezepturen: > 15.000 / > 500
  • Industriekunden/Länder: > 700 / 40 +
  • Beschäftigte: ≈ 330 am Standort
  • Über 1.000 ausgebildete Lehrlinge seit Werksgründung 1908

Pro Jahr werden 75.000 Tonnen Rohmagnesit aus der Millstätter Alpe per Seilbahn ins Werk transportiert und zu Kaustischer Magnesia für Futtermittel und Bodensanierung veredelt. Für die Feuerfestlinien bezieht Radenthein zusätzlichen hochreinen Magnesia aus weiteren österreichischen Lagerstätten. So entstehen präzise Spinell- und Magnesiasteine, die beispielsweise Elektrolichtbogenöfen in Deutschland, Glaswannen in Spanien und Kupferschmelzen in Kanada schützen.

Magnesit ist die Basis für einen Großteil von Feuerfestprodukten, die Öfen und Reaktoren bei Temperaturen über 1.200 °C schützen. Ohne ihn gäbe es keinen klimaneutralen Stahl, keinen CO₂-armen Zement, kein energieeffizientes Glas und keine Batteriemetalle.

Europa importiert jedoch den Großteil seines Bedarfs aus China, das rund zwei Drittel der Weltproduktion kontrolliert. Österreichische Lagerstätten sind daher ein seltener europäischer Gegenpol und ein wichtiger Wachstumsmotor.

www.rhimagnesita.com

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