ÖVZ EDITION

Ausgabe: 1. Juni 2020

Lenzing Gruppe: Startschuss für die Blockchain-Technologie

Einführung einer digitalen Plattform zur Rückverfolgbarkeit der textilen Lieferkette beim Hersteller von holzbasierten Spezialfasern.

Mit der Covid-19-Pandemie erlebt die sich ohnehin bereits im Wandel befindliche Mode- und Textilindustrie tiefgreifende Veränderungen. Insbesondere die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette für Bekleidung und Heimtextilien hat dabei höchste Priorität. Mit einer vom Hongkonger Start-up TextileGenesi betriebenen digitalen Plattform unterstützt Lenzing die gesamte Lieferkette dabei, die steigenden Anforderungen hinsichtlich Transparenz und Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Foto: Lenzing AG

In den vergangenen zwölf Monaten absolvierten Lenzing und TextileGenesis gemeinsam mit ausgewählten Partnern wie H&M, ArmedAngels, Mara Hoffman und Chicks ein Pilotprogramm und Feldversuche. Nach mehreren erfolgreichen Pilotprojekten erfolgte am 5. November 2020 die Einführung der digitalen Plattform für die Marken Tencel,  und Lenzing Ecovero Kunden und Partner sowie Konsument/innen behalten damit ab sofort den Überblick über die gesamte textile Lieferkette.

Die globale Einführung der Blockchain-Technologie erfolgt in mehreren Phasen. Noch im 4. Quartal 2020 werden 150 südasiatische Partner aus Indien, Bangladesch, Pakistan und Sri Lanka den Onboarding-Prozess abschließen. Im 1. Quartal 2021 werden mehr als 300 weitere Partner in China und der Türkei dem Programm beitreten. Bis zum 2. Quartal 2021 sollten aus heutiger Sicht die meisten in Frage kommenden Lenzing Supply Chain Partner auf der Plattform vertreten sein, wodurch eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette gewährleistet werden kann.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Einbindung des von Lenzing betriebenen E-Branding-Systems für die Zertifizierung von Stoffen. Diese ermöglicht Bekleidungsmarken und Einzelhändlern nicht nur die vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette für Tenzel und Lenzing Ecovero Fasern, sondern gibt auch Einblick in die digitalen Stoffzertifikate.

„Das Feedback unserer Partner entlang der Lieferkette auf die Pilotprojekte im vergangenen Jahr war sehr positiv. Sie haben uns ermutigt, die weltweite Einführung der Rückverfolgung von Lenzing Fasern weiter voranzutreiben. Mit diesem neuen System und den integrierten Lenzing E-Branding Stoffzertifikaten schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern ein noch nie dagewesenes Maß an Transparenz“, sagt Robert van de Kerkhof, Mitglied des Vorstandes der Lenzing Gruppe.

Dank der innovativen Fibercoin Technologie der TextileGenesis Plattform können Lenzing und ihre Partner sogenannte „Blockchain Assets“ im direkten Verhältnis zu den physischen Faserlieferungen der Lenzing-Marken ausgeben. Diese digitalen Assets funktionieren wie ein „Fingerabdruck“ und beugen Fälschungen vor. Sie ermöglichen eine sicherere und vertrauenswürdigere digitale Chain-of-Custody über die gesamte textile Lieferkette hinweg und legen die Basis für eine nachhaltige Produktion.

www.lenzing.com

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Großinvestition der Mayr-Melnhof Gruppe am Standort Hirschwang

Mit einem 18 Mio. Euro Programm richtet sich MM Karton auf die Bereiche E-Commerce und hochwertige Verpackung aus.

Die Mayr-Melnhof Gruppe stärkt die Faltschachtelproduktion Neupack am Standort Hirschwang (NÖ) durch ein umfangreiches Zukunftsprogramm. Ein Investitionsplan in Höhe von 18 Mio. Euro in Gebäude und Maschinen soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes in den Wachstumsmärkten E-Commerce-Verpackung und hochwertig bedruckte Konsumgüterverpackung in Feinstwelle (Microwelle) für Produkte wie Lebensmittel, Tiernahrung und elektrische Haushaltsgeräte deutlich erhöhen.

Foto: Mayr-Melnhof

Neben der Errichtung einer vergrößerten Produktions- und Lagerhalle wird in neue Drucktechnologie, Stanzkapazitäten sowie Automation und Infrastruktur am Stand der Technik investiert. Ziel ist es, Neupack Hirschwang mit gebündelten Kräften und einem attraktiven Produktangebot auf gutem Ergebnisniveau in die Zukunft zu führen. Das Faltschachtelwerk sei dadurch nachhaltiger Arbeitgeber in der Region mit aktuell 215 Beschäftigen, wird in einer Presseaussendung betont.

Das österreichische Werk Hirschwang ist auf die Produktion von Recyclingkarton in hohen Grammaturen (ab 400 g/m2) spezialisiert. Neben zahlreichen Standardqualitäten werden in Hirschwang Spezialkartonsorten gefertigt, zum Beispiel für Tiefkühlverpackungen, Skinverpackungen, Blister- und Tiefziehanwendungen.

MM Karton ist Europas größter Kartonproduzent mit einer führenden Position bei Recyclingkarton. Die Division produziert mit einer Gesamtjahreskapazität von mehr als 1,7 Mio. Tonnen. Das Produktsortiment umfasst die gesamte Palette der Recyclingkartonsorten mit grauer, heller, weißer und Kraft Rückseite. Die Produktion von Frischfaserkarton und Liner rundet das Angebotsspektrum ab.

Die Produkte von MM Karton werden überwiegend zur Erzeugung von Kartonverpackungen für Güter des täglichen Bedarfes eingesetzt. Absatzfokus sind Lebensmittelverpackungen sowie Verpackungen für Haushalts- und Hygieneprodukte und Pharmazeutika. Kunden von MM Karton sind großteils Kartonverpackungsproduzenten der nach wie vor stark fragmentierten Faltschachtelindustrie in Europa.

www.mayr-melnhof.com

Startfreigabe für erstes Amazon Air Hub in Europa

Die Mitteldeutsche Flughafen AG plant weitere Investitionen zur Festigung der Position im Frachtverkehr.

Amazon Air hat am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz im deutschen Bundesland Sachsen das erste regionale Luftfrachtzentrum in Europa eröffnet. Der neue Betrieb schafft zusätzliche Möglichkeiten zur Belieferung von Amazon-Kunden in Deutschland und in ganz Europa.

Foto: Amazon

Die 20.000 m² große Frachtanlage am Flughafen Leipzig-Halle schafft eine neue Verbindung innerhalb des europäischen Logistiknetzwerks von Amazon Air und bietet Amazon Prime Mitgliedern eine größere Auswahl sowie flexiblere Lieferoptionen zu niedrigeren Preisen. Am Standort werden Pakete sortiert und Lkw sowie Flugzeuge be- und entladen.

Zwei von GE Capital Aviation Services (GECAS) geleaste Boeing 737-800 Flugzeuge werden von ASL Airlines betrieben. Sie tragen das typische Design und das Logo von Amazon Air und ergänzen die bestehende Flotte von weltweit mehr als 70 Flugzeugen. Am Standort wurde bereits mit der Auslieferung von Kundenbestellungen begonnen. Demnächst werden täglich zwei Flüge abgefertigt.

Amazon ist seit 2006 in der Region Leipzig verwurzelt. Das Luftfrachtzentrum schafft über 200 Arbeitsplätze in der Region, die zu den 1.500 bestehenden Amazon Stellen in Leipzig hinzukommen.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen: „Es spricht eindeutig für den Wirtschaftsstandort Sachsen, dass Amazon weiterhin stark in Leipzig investiert und sein neues Frachtzentrum hier am Flughafen eröffnet. Damit werden modernste Arbeitsplätze für eine Vielzahl von Fachkräften geschaffen. Ich bin sicher, dass das Amazon Air Hub weitere innovative Unternehmen in die Region locken wird, um sich hier anzusiedeln.“

Götz Ahmelmann, CEO Mitteldeutsche Flughafen AG: „Für Amazon Air ist Leipzig/Halle erkennbar ein ganz besonderer Knoten im europäischen Frachtverkehr. Gepunktet haben wir in Mitteldeutschland mit unserer außergewöhnlich guten Infrastruktur und unserem anerkannten Know-how in der Luftfracht. Leipzig/Halle ist heute schon die Nummer zwei im deutschen Luftfrachtgeschäft, die Nummer fünf in Europa. Wir werden kräftig investieren, um unsere Stellung auszubauen.“

www.amazon.com; www.mdf-ag.com

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